Created: 25 Mar 2025

Norman Doors

Ein sehr anschauliches Beispiel (das einem nicht mehr aus dem Kopf geht, wenn man einmal darüber nachdenkt) für Design im Alltag (siehe: Urban Design, UX Design, UI Design, usw.). Gemeint ist eine Tür, deren Gestaltung das falsche Bedienverhalten nahelegt: Man drückt, obwohl man ziehen müsste (oder umgekehrt). Der Name geht auf Donald Norman’s The Design of Everyday Things (1988) zurück.

Das Problem liegt dabei nicht beim Nutzer, sondern bei fehlenden oder irreführenden Signifiers: Ein Türgriff signalisiert “ziehen”, eine flache Platte signalisiert “drücken”. Wenn eine Tür mit Griff aber nach außen aufgeht, widerspricht die sichtbare Gestaltung der tatsächlichen Funktion.

Begriffe:

  • Affordance – welche Handlungen ein Objekt physisch ermöglicht (ein Griff lässt sich greifen und ziehen)
  • Signifier – der wahrnehmbare Hinweis, welche Handlung gedacht ist (Form, Position, Beschriftung)
  • Mapping – ob die Beziehung zwischen Bedienelement und Wirkung intuitiv nachvollziehbar ist

Ein verräterisches Zeichen für eine Norman Door ist ein nachträglich angebrachtes “Push”/“Pull”-Schild: Wenn eine Beschriftung nötig ist, um ein simples Objekt bedienbar zu machen, hat das Design seine Aufgabe nicht erfüllt.