Created: 13 May 2026

Searle’s Chinese Room

Siehe: Künstliche Intelligenz, Philosophie

Ein Gedankenexperiment von John Searle (1980): Man stellt sich einen geschlossenen Raum vor, in dem ein Mensch sitzt, der keinerlei Chinesisch versteht, der aber in chinesischer Schrift gestellte Fragen sinnvoll beantwortet, indem er einer in seiner Muttersprache verfassten Anleitung folgt. Personen außerhalb des Raumes folgern aus den Ergebnissen, dass der Mensch im Raum Chinesisch beherrscht, obwohl das nicht der Fall ist.

Das Experiment sollte zeigen, dass ein Computer ein Programm ausführen und regelbasiert Zeichenreihen verändern kann, ohne die Bedeutung der Zeichen zu verstehen. Daher könne ein Computer also den Turing-Test bestehen, ohne wirklich “intelligent” zu sein. (Das bedeutet auch, dass es in dem Experiment nicht um Bewusstsein geht.)

Kritik/Gegenargumente:

  • Trotzdem der Mensch im Raum kein Chinesisch sprechen kann, könnte man sagen, dass der Raum in seiner Gesamtheit ein denkendes System ist, das die Sprache verstehen kann (und in dem der Mensch lediglich das ausführende Organ ist).
  • Es ist fraglich, ob es – auch rein theoretisch – überhaupt ein Regelhandbuch für eine Sprache geben könnte, mit dem alle denkbaren Fragen mit sinnvollen Antworten verknüpft werden können.

    • Aus: (John R. Searle, 1980) Minds, Brains, and Programs
    • Wikipedia