Created: 31 May 2026

Microformats

Siehe: Semantic Web, HTML

Lightweight Ansatz (ab ca. 2005), semantische Bedeutung direkt über bereits existierende HTML-Attribute (primär class) auszudrücken, statt eine neue Syntax einzuführen. Man nutzt also normales HTML, hält sich aber an eine informelle Namenskonvention, sodass Software (z.B. Browser-Erweiterungen, Suchmaschinen) die Struktur erkennen kann.

Beispiel: <span class="tel">+49 30 123456</span> markiert eine Telefonnummer nach dem hCard-Microformat (Personen-/Kontaktdaten, angelehnt an den vCard-Standard). Weitere bekannte Formate: hCalendar (Termine/Events, angelehnt an iCalendar), hReview (Bewertungen), rel="tag" (Tagging).

Eng verwandt ist das Prinzip POSH (Plain Old Semantic HTML): einfach die bereits existierenden, semantisch sinnvollen HTML-Elemente korrekt verwenden (<article>, <time>, <address> statt generischer <div>s mit CSS-Klassen). Microformats bauen im Grunde auf diesem POSH-Gedanken auf und erweitern ihn um zusätzliche Konventionen für Fälle, die reines HTML nicht abdeckt.

Vorteil gegenüber RDFa/Microdata: sehr niedrige Einstiegshürde, kein zusätzliches Vokabular-System nötig. Nachteil: informelle, community-getriebene Spezifikation statt offiziellem W3C-Standard, dadurch weniger Robustheit/Eindeutigkeit bei komplexeren Datenstrukturen.

Siehe auch: Microdata, RDFa